Weilburg_Wappen_1

Alter Friedhof mit Heiliggrabkapelle und Kalvarienberg Der alte Friedhof befindet etwa 200 Meter hinter dem Landtor, stadtauswärts auf der rechten Seite der Frankfurter Straße. Auf dem Gelände des alten Friedhofs stehen auch die Baudenkmäler der Passionsstätten Heilig-Grab-Kapelle und Heiliges Kreuz (Kalvarienberg) aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Vor der Anlage des Friedhofs auf dem Gelände der Passionsstätten befand sich der Kirchhof innerhalb der Stadtmauern auf der heutigen oberen Schlossgartenterrasse, in der Nachbarschaft der damaligen Martinskirche, Vorläuferin der Stadt- und Schlosskirche. Um 1570 ließ Graf Albrecht von Nassau-Weilburg (1559-1593) umfangreiche Baumaßnahmen am Schloss ausführen und um 1572 im Bereich der Martinskirche einen Garten anlegen. Weilburg, alter Friedhof Diese Gartenanlage machte eine Verlegung des Kirchhofs notwendig, zumal auch der Platz innerhalb der Stadtmauern begrenzt war. Da die Reformation in der Grafschaft Nassau im Jahr 1555 ihren Abschluss gefunden hatte, bot sich das Gelände um die ehemaligen Passionsstätten für eine Nutzung als Kirchhof und die dort bestehende Heilig-Grab-Kapelle als Beerdigungskapelle an. In der Heilig-Grab-Kapelle wurden ab 1574 die Leichenreden abgehalten und auf dem alten Friedhof wurden bis Oktober 1900 Bestattungen vorgenommen. Eine Ausnahme ist die Bestattung des am 06.06.1953 verstorbenen Hans-Georg Böhme, der wegen seiner Verdienste um die Erforschung der Passionsstätten auf dem alten Friedhof begraben wurde. Das nach zwei Richtungen abfallende Terrain ist in Terrassen angelegt. Das Gelände der obersten östlichen Friedhofsterrasse wurde an die Katholische Kirchengemeinde Weilburg abgetreten, als diese 1957 eine neue Kirche errichtete (Weihe 24.05.1959). Die auf dieser Terrasse noch vorgefundenen sterblichen Überreste wurden in ein Sammelgrab umgebettet und einige Grabdenkmäler von Angehörigen auf den der Stadt Weilburg verbleibenden Friedhofsteil umgesetzt. Ein Großteil der Grabdenkmäler wurde jedoch abgeräumt. Beigesetzt waren auf dem geräumten Gräberfeld auch zweiundzwanzig im Krieg 1870/71 Gefallene, an die noch eine Tafel am Kirchturm der Katholischen Kirche erinnert. Ein Geländeabschnitt des alten Friedhofs befindet sich heute im Eigentum der Evangelischen Kirchengemeinde Weilburg, ein anderer Teil ist Eigentum der Stadt Weilburg. Im Kirchenbesitz ist der in Nord-Süd-Richtung verlaufende Streifen mit Heilig-Grab-Kapelle bis zur Umfassungsmauer hinter dem Heiligen Kreuz, der davon östliche gelegene Teil des alten Friedhofs ist Eigentum der Stadt Weilburg. Anfang der 1980er Jahre plante die Stadt Weilburg die Umgestaltung des alten Friedhofs in eine Parkanlage. Die Arbeiten dazu führten zum Verlust und zur Zerstörung zahlreicher Grabdenkmäler, bis nach Protesten aus der Bürgerschaft diese Arbeiten eingestellt wurden und man die Umwandlung zu einer parkartigen Friedhofsanlage beschloss.