Weilburg_Wappen_1

Landtor von der Vorstadt aus gesehen. Nach Abschluss der 2001 durchgeführten Sanierung ist erkennbar, dass im Oberteil rosafarbener Lahnmarmor verwendet wurde. Im Verlauf der Stadterneuerung unter Graf Johann Ernst und seinem Architekten Julius Rothweil wurden die alten Stadttore (1704 die Mappestheißenpforte und 1712 das äußere Tor) niedergelegt und durch einen zweistöckigen Bruchsteinbau mit 6 m breitem Durchlass, an dessen Seiten sich Wohnungen für Pförtner und Hirten befanden, ersetzt. Dieses Tor wurde 1758 niedergelegt und für den geplanten Bau eines Zuchthauses zwei Gebäude abgerissen. Dem Wunsch der Stadt, den Neubau in der Art des abgerissenen Tores mit Wohnungen für Pförtner und Hirten auszuführen, kam der regierende Fürst Karl Christian von Nassau- Weilburg (1753-1788) nicht nach; es wurde ein monumentales, repräsentativen Eindruck vermittelndes, Eingangstor gewünscht. So entstand nach der Planung und unter der Leitung des holländischen Baumeisters van Swart das im klassizistischen Stil erbaute Landtor mit einer Breite von 10 m, einer Höhe von 11 m und mit einer 3,50 m breiten und etwa 4 m tiefen Durchfahrt. Als Material verwandte man Lahnmarmor aus der Gegend um Villmar/Steeden und rosa gefärbten Schupbacher Marmor. In die Durchfahrt wurde ein doppelflügeliges Tor mit Türchen eingebaut. Vorhandene Pläne zeigen, dass zumindest in der Planungsphase auch an einen schmuckreicheren Torbau gedacht war, als den später tatsächlich fertig gestellten. Vielleicht waren es nur die Kosten oder die lange unterbrochene Bauausführung, weshalb das Landtor schließlich ohne den reich gestalteten Toraufsatz und die vorgestellten Säulen gebaut wurde. Der Grundstein für den Bau wurde am 17. September 1759 gelegt. Wegen Unterbrechungen, u. a. aufgrund des Siebenjährigen Krieges, erfolgte der Bauabschluss erst am 11.01.1768.